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LEHRE

teaching

In meinen Seminaren verfolgen wir die Idee einer anthropologischen Zeichnung/Malerei: Die Hinwendung zum Körper, zum Menschsein in diesem Körper, zur Malerei/Zeichnung in diesem Körper. Dies drückt sich nicht unbedingt im Motiv aus – es ist der menschliche Blick, welcher im Fokus steht. Zugleich: die Achtung seiner Wege, seiner Landschaften, innerlich wie äußerlich.

Malerei definiert Übergänge, Vertikale und Horizontale,

ein Innen und Außen, ein Davor und Danach. Ihre Eigenschaft

ist an sich ausbreitend, Raum schaffend, expansiv

– Expansion/Wachstum in einen blinden Fleck hinein,

in dem es keine Territorien gibt, der erst sichtbar wird im

Moment der Besetzung.

Wir wollen diese Setzungen vornehmen. Setzungen mit

allen Mitteln, die uns zur Verfügung stehen.

Und darüber hinaus: Überraschen lassen, Schlupfwinkel

finden auf die andere Seite, von der aus wir Dunkel und

Hell definieren.

Nicht nur formal geht in meinen Kursen über den klassischen Rahmen hinaus, sondern auch methodisch: zum Arbeiten in meinen Kursen gehören Meditation, Wahrnehmungs- und Körperübungen, Gäste aus anderen Disziplinen, das Kennenlernen/Reflektieren fachfremder Ansichten/Theorien.

Im Grunde eine ganzheitliche Körper- und Geistarbeit,

die in Malerei/Zeichnung mündet.

Über eine oberflächliche Aneignung hinaus geht es mir um langfristigen dialogischen Austausch und das Lernen voneinander.

Meine Verbindungen in die Anthropologie (Max-Planck-

Institut, Martin-Luther-Universität, Department of

Anthropology at the Institute of Social Sciences of

UiT, the Arctic University of Norway, Prof. Dr. Christine

Moderbacher), in Experimentelle Raumkonzepte

(Diamant Offenbach/HfG Offenbach, Max Brück),

in das Theater (Intendantin Mille Dalsgaard, Thalia

Theater Halle (Saale)), in Beteiligungsformate und

Partizipationsinstrumente zur Lebenswelt- und Wohnumfeldgestaltung (Kaleidoskop Südpark Halle (Saale),

HBKsaar, Prof. Maike Fraas), in Medienkunstvereine

(Werkleitz e.V., Daniel Herrmann), in die Ifa-Galerie

(Kuratorin Susanne Weiß) und in die Klasse Digitale Grafik

(HFBK Hamburg, Prof. Konrad Renner/Christoph Knoth)

lasse ich in die Lehre einfließen.

 

Die Malerei dehnt den Raum auf.

Wir wollen uns der Gegenwart der Raummalerei, ihrer

Leere, ihrer Fragen stellen.

Der Klassenraum ist dazu da, diese Fragen ausbreiten/

zerfließen zu lassen und sie ruhig zu beobachten.

Klar: Es geht darum, so viel wie möglich Zeit im Atelier

zu verbringen. Präsent, Anwesenheit am Ort sein

und schließlich dadurch aus eigener Kraft, im eigenen

Tempo: arbeiten. In diesem Ansatz steckt Vertrauen

in Körperhaftes, Erdendes – der geschützte, dennoch

durchlässige Klassenraum unterstützt die Reflexion des

Schaffensprozesses.

 

○ Offenen, geschützten Raum für künstlerische Entwicklung

schaffen und halten ○ Die Klasse als vertrauensvollen

Ort des Ausprobierens und der Reflexion

begreifen ○ Studierenden vermitteln: »Man bringt sich

immer mit« – die eigene Haltung ist zentral ○ Begleitend,

zugewandt und klar kommunizieren – sehen, hören, ankommen lassen ○ Malerei/Zeichnung als Haltung begreifen,

nicht als Technik oder bloße Form ○ Begegnung auf

Augenhöhe: Gemeinsames Fragen und Denken über

das Werk ○ Orientierung bieten durch eigene Positionierung,

nicht durch Vorgaben ○ Ablehnung des »Kunstgenie

«-Ideals – Fokus liegt auf Werk und Person ○ Ziel:

Stärkung individueller Sichtweise, Selbstbestimmung,

Eigenverantwortung ○ Arbeit mit der Komplexität

menschlicher Erfahrung und Wahrnehmung ○ Sichtbar

machen, was sich (noch) nicht in Worte fassen lässt.

 

Die Lehre zielt darauf ab, die Studierenden in der Vielfalt ihrer künstlerischen Prozesse zu bestärken und sie darin zu unterstützen, ihre eigenen Dringlichkeiten in Malerei und Zeichnung sichtbar werden zu lassen. Sie sollen lernen, ihr Schaffen in einem größeren Kontext zu verorten – sei es innerhalb der Hochschule, in fachübergreifenden Kooperationen oder im gesellschaftlichen Raum.

Dabei geht es nicht nur um Präsentationsfähigkeit oder

synergetisches Arbeiten, sondern auch um die Fähigkeit, Anschluss an andere Denk- und Lebenswelten zu finden – ohne Differenzen zu verwischen. Dialogfähigkeit, Kritikfähigkeit und die Bereitschaft, offene Fragen auszuhalten, sind zentrale Bestandteile dieser Haltung.

Die Studierenden werden nicht nur als Künstler:innen

ausgebildet, sondern als aktive, reflektierte Mitglieder

der Kunst- und Kulturszene, die in der Lage sind, ihre

Arbeiten im Dialog mit Kultur, Sozialem und Gesellschaft zu positionieren und weiterzuentwickeln. Besonderer Fokus liegt auf dem Begriff der Nachhaltigkeit – wir streben ein künstlerisches Schaffen an, welches auf eine langfristige, tief- bzw. breitverwurzelte Position abzielt.

Darüber hinaus ist mir wichtig, dass ihnen zu jeder Zeit

klar ist, dass sie mehr sind als ihre  Künstler:innenpersönlichkeit

– sie sind Menschen.

Konzept

Raum

Aufgabe

Ziel

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